WS5 - Queer Burlesque

—— English text below ——

Der Workshop findet je nach Bedarf auf Englisch und/oder Deutsch statt. Der Workshop wird versuchen, sich Burlesque als erweitertem Striptease anzunähern. Erweitert im Sinne, dass die Frage von Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit, Ent- und Verhüllen in ihrer Komplexität aufgegriffen wird. Oftmals ist ein Körper erst in der Verhüllung sichtbar. Oder in der Enthüllung verändert sich, wie er wahrgenommen wird. Schwerpunkt soll auf dem Performen und Enthüllen von verschiedenen Geschlechtern und Körpern liegen, der Workshop richtet sich also nicht nur an Femmes und Weiblichkeiten, sondern an alle Geschlechter. Im Workshop werden wir an kurzen Performances arbeiten, die Strippen als performatives Mittel einsetzen können, es aber nicht als alleinigen Inhalt ansehen müssen. Wir werden aber auch am „klassischen“ Bewegungsmaterial des Striptease arbeiten und auf Geschlechterklischees in den Bewegungen eingehen. Du musst dich nicht mal selbst ausziehen, du kannst auch vollangezogen etwas anderes entkleiden, sei es Sprache, einen Zusammenhang oder ein Objekt. Teasing, Enthüllen und Verhüllen sind vielseitig einsetzbar. Und auch Erotik ist ein weitgefächerter Begriff. Striptease ermöglicht es, sich und sein Umfeld zu sexualisieren. Das ist durchaus ambivalent, da sowohl dem erotischen nackten Körper als auch dem Raum der Bühne mehrfache Machtdynamiken eingeschrieben sind. Wir wollen deshalb „Alles ist sexualisierbar“ in seiner Ambivalenz verstehen und dadurch das subversive Potential ausloten. Wir werden Elemente des erotischen Tanzes nutzen, jedoch nicht unbedingt, um dem Publikum zu gefallen. Viel wichtiger ist es, sich auf den eigenen Inhalt zu konzentrieren und Striptease als reflexive Praxis und performatives Mittel einzusetzen. An diesem Tagen werden wir an einer Nummer pro Person arbeiten, ihr könnt auch gerne als Gruppe arbeiten. Bitte bringt ein Lied (mit Lyrics) mit, das euch inspiriert. Solltet ihr nicht mit Musik arbeiten, bitte bringt einen anderes Textstück mit. Wir werden die Performances anhand dieser Texte erarbeiten. Solltet ihr bereits eine konkrete Idee haben, bitte besorgt euch die nötigen Requisiten. Wir stellen ein paar Sachen bereit, aber eher allgemeinere Objekte. Nach dem Workshop wird es um acht eine kleine Show mit Kuchen und Sekt geben. Vornehmlich für uns, aber ladet gerne ein, wenn ihr wollt. Kuchen darf auch gerne mitgebracht werden. Rosebutt arbeitet und lebt in Berlin als freischaffende Performer*in und unterrichtet Improvisation. Seit 2009 arbeitet sie verstärkt mit Elementen von Burlesque und erforscht deren Vokabular. Rosebutt will in ihren Burlesque-Performances verschiedene künstlerische und ästhetische Ideen mit kritischen Zugängen zu Verkörperung und Repräsentation verbinden.

WS5 - Queer Burlesque

The workshop can be held in English, German, or both, according to the wishes of participants. In the workshop, we will try to understand Burlesque as extended Striptease that opens up questions of visibility and invisibility, revealing and concealing. Covering or uncovering a body may change how it is perceived, or may open up alternative modes of being or seeing a body. We will focus on performing and stripping into and out of different genders and bodies. The workshop is open to all genders! We will work on short performances, using striptease as a performative tool, but without necessarily regarding it as the main content. Of course, we will practise the „classical“ moverments of striptease, but we will also investigate the gender clichées those movements contain. You don't even have to undress yourself, you can also undress something else, be it language, an object, or a context. Teasing, revealing, and covering can be used in many ways, and there is no single definition of „eroticism“. Striptease can be used to sexualise oneself and one's surroundings. This is ambivalent in itself, since the eroticized naked body, as well as the stage, are interspersed by power dynamics. ”Everything can be sexualised“, we want to conceive this notion in its ambivalence and still explore its subversive potential. We will use elements of striptease and eroticism, but we won´t necessarily focus on pleasing the audience. Much more importantly, we will concentrate on what we want to say, using striptease as a means for reflection and as a performative tool. During the workshop we will work on one performance per person, but you can also work as a group. Please bring a song (with lyrics) that inspires you, or another kind of text. Through these texts we will develop the performances. Should you already have a concrete idea, please bring all the props you need. We can provide a few more general props, but no specific ones. After the workshop there will be a small show with cake and sparkling wine. It's mainly for us, but you are free to invite friends. Cake contributions are welcome. Rosebutt works and teaches as performer in Berlin. Since 2009 more Burlesque elements got visible in her work, so she started to explore the vocabulary. Rosebutt is interested in combining different artistic ideas and aesthetics in her Burlesque–performances, working on critical approaches towards embodiment and representation.

Workshops

ws5.txt · Zuletzt geändert: 2014/12/11 23:07 (Externe Bearbeitung)